GEMA bei der Hochzeit: müsst ihr zahlen?
Für eine private Hochzeitsfeier, zu der ihr eure Gäste persönlich einladet, braucht ihr keine GEMA-Lizenz. GEMA-Gebühren fallen nur an, wenn Musik öffentlich genutzt wird, und persönliche Einladungen wie bei einer Hochzeit sprechen laut GEMA für eine nicht-öffentliche Veranstaltung.
Anders sieht es aus, wenn eure Feier öffentlich zugänglich ist, etwa mit Flyern, Werbung im Netz oder Eintrittskarten. Hier erfahrt ihr, woran die GEMA das festmacht, was für Trauung und Hochzeitsvideo gilt und wer im Zweifel anmelden muss.
Privat oder öffentlich? Die KriterienLieber direkt sprechen? Ruft uns an: 0160 3407419
Privat oder öffentlich: darauf kommt es an.
Die GEMA vertritt die Rechte von Komponisten, Textdichtern und Musikverlagen. Eine Vergütung fällt an, wenn Musik öffentlich wiedergegeben wird. Was öffentlich ist, regelt § 15 Abs. 3 des Urheberrechtsgesetzes:
„Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist.“§ 15 Abs. 3 Satz 2 UrhG
Übersetzt heißt das: Sind eure Gäste mit euch oder untereinander persönlich verbunden, ist die Feier nicht öffentlich. Die GEMA nennt die Hochzeit ausdrücklich als Beispiel für persönliche Einladungen.
- Persönliche Einladungen, wie bei Hochzeit oder Geburtstag
- Gäste aus Familie und Freundeskreis
- Party zu Hause mit Freunden
- Flyer, Plakate oder Werbung im Internet
- Eintrittskarten oder Eintrittsgeld
- Gäste ohne persönliche Verbindung zu euch
- Eine sehr große Zahl von Zuhörern
Grenzfälle, bei denen ihr genauer hinseht.
Die GEMA spricht von Anzeichen, nicht von festen Grenzen. Für die folgenden Fälle gibt es keine pauschale Antwort. Im Zweifel fragt ihr vor der Feier direkt bei der GEMA nach.
Sehr große Hochzeit
Eine feste Gästezahl nennt die GEMA nicht. Sie schreibt aber: Je größer die Zahl der Zuhörer, desto eher ist die Musiknutzung öffentlich. Entscheidend bleibt, ob eure Gäste mit euch persönlich verbunden sind.
„Geladene Gäste“ allein reichen nicht
Auf ihrer Seite für Eventagenturen nennt die GEMA Events vor geladenen Gästen, etwa Jubiläen, Firmenveranstaltungen oder Weihnachtsfeiern, ausdrücklich öffentlich. Eine Einladungsliste macht eine Feier also nicht automatisch privat.
Offener Polterabend
Wird die Feier öffentlich angekündigt, etwa per Aushang, in sozialen Netzwerken oder für die ganze Nachbarschaft, spricht das für eine öffentliche Veranstaltung.
Feier in Restaurant oder Hotel
Zu Feiern in Lokalen, in denen auch andere Gäste mithören, macht die GEMA auf ihren Seiten keine konkrete Aussage. Klärt mit der Location, ob euer Raum abgetrennt ist.
Freie Trauung im Freien
Auch dazu gibt es von der GEMA keine eigene Aussage. Findet die Trauung an einem öffentlich zugänglichen Ort statt, fragt vorher nach.
Firmen- und Vereinsfeiern
Sind laut GEMA normalerweise öffentlich, weil die Teilnehmer nicht miteinander befreundet oder verwandt sind.
Musik bei der Trauung: Kirche, Standesamt, frei.
Für die kirchliche Trauung gibt es eine eigene Regelung. Mehrere Kirchen haben mit der GEMA einen Pauschalvertrag geschlossen. Darin sind Musik in Gottesdiensten und gottesdienstähnlichen Veranstaltungen wie kirchlichen Hochzeiten enthalten. Gesondert anmelden muss man sie nicht.
Für die standesamtliche und die freie Trauung nennt die GEMA keine eigene Regel. Damit bleibt es bei den allgemeinen Anzeichen: persönliche Verbindung der Gäste, keine öffentliche Werbung, kein Eintritt.
- Verband der Diözesen Deutschlands (römisch-katholische Kirche)
- Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
- Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)
- Neuapostolische Kirche (NAK)
- Evangelisch-methodistische Kirche (EMK)
- Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)
Gottesdienste mit Eintritt deckt der Pauschalvertrag nicht ab. Für andere Religionsgemeinschaften fragt ihr direkt bei eurer Gemeinde nach.
Wer meldet an, wer zahlt?
Muss eine Feier doch angemeldet werden, sind die Rollen bei der GEMA klar verteilt.
Der Veranstalter
Wer die Feier organisatorisch und wirtschaftlich verantwortet, meldet sie bei der GEMA an. Bei einer Hochzeit ist das, wer sie organisiert und bezahlt, zum Beispiel ihr als Paar.
Der DJ
Ein DJ ist laut GEMA normalerweise nicht Veranstalter. Kopiert er Musik für seine Arbeit, etwa auf einen USB-Stick, lizenziert er das selbst nach dem Tarif VR-Ö. Das ist seine Sache, nicht eure.
Eine Agentur
Die GEMA erlaubt Eventagenturen, eine Veranstaltung für ihre Kunden anzumelden. Wer bei eurer Feier anmeldet, legt ihr im Zweifel vorher schriftlich fest.
Hochzeitsvideo auf Instagram und YouTube.
Ein eigenes Thema ist das Video nach der Hochzeit. Hier geht es nicht um die Feier, sondern um Musik im Internet.
Instagram, TikTok und YouTube haben laut GEMA Lizenzverträge für die von der GEMA vertretenen Online-Rechte abgeschlossen. Als private, nicht-gewerbliche Nutzer müsst ihr nichts unternehmen, wenn ihr bei Instagram Songs aus der Musikbibliothek der App verwendet. Für private Uploads auf YouTube braucht ihr ebenfalls keine eigene GEMA-Lizenz.
Vorsicht bei eigener Musik, die nicht aus der Bibliothek stammt: An Aufnahmen können weitere Rechte bestehen, zum Beispiel von Plattenfirmen. Und für gewerbliche Zwecke, etwa das Showreel eines Videografen, gelten diese Regeln nicht.
- Privates Reel mit Song aus der Instagram-Bibliothek
- Privates Video auf YouTube
- Eigene Musikdatei statt Bibliothek: weitere Rechte möglich
- Gewerbliche Nutzung, etwa durch Videografen
Wenn ihr doch anmelden müsst.
Ist eure Feier öffentlich, meldet ihr sie vor dem Termin im Onlineportal der GEMA an. Für Musik vom DJ gilt der Tarif M-V (Musik von Tonträgern mit Veranstaltungscharakter), für Livemusik der Tarif U-V. Den Preis ermittelt ihr vorab im Tarifrechner der GEMA.
Wird eine anmeldepflichtige Veranstaltung nicht angemeldet, verlangt die GEMA laut eigenen Angaben eine Nachzahlung und zusätzliche Kosten.
- Prüfenprivat oder öffentlich, anhand der Anzeichen oben
- Tarif wählenM-V für DJ-Musik, U-V für Livemusik
- Preis berechnenim Tarifrechner der GEMA
- Vor der Feier anmeldenim Onlineportal der GEMA
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Häufige Fragen zur GEMA bei der Hochzeit.
Müssen wir unsere Hochzeit bei der GEMA anmelden?
Nein, wenn es eine private Feier mit persönlich eingeladenen Gästen ist. Die GEMA verlangt nur für öffentliche Musiknutzung eine Vergütung und nennt persönliche Einladungen wie bei einer Hochzeit als Zeichen für eine nicht-öffentliche Veranstaltung.
Woran erkennt die GEMA, ob eine Feier öffentlich ist?
Öffentlich ist eine Feier, wenn auch Menschen kommen können, die keine persönliche Verbindung zu euch haben. Flyer, Plakate, Werbung im Internet oder Eintrittskarten sprechen laut GEMA für eine öffentliche Veranstaltung.
Ab wie vielen Gästen wird eine Hochzeit öffentlich?
Eine feste Zahl nennt die GEMA nicht. Sie schreibt, dass eine Musiknutzung umso eher öffentlich ist, je größer die Zahl der Zuhörer ist. Entscheidend bleibt die persönliche Verbindung. Bei sehr großen Feiern fragt ihr im Zweifel vorher bei der GEMA nach.
Brauchen wir für die kirchliche Trauung eine GEMA-Anmeldung?
Nein, wenn eure Kirche einen Pauschalvertrag mit der GEMA hat. Das gilt laut GEMA unter anderem für die römisch-katholische Kirche und die Evangelische Kirche in Deutschland. Kirchliche Hochzeiten sind darin enthalten und werden nicht gesondert angemeldet.
Wer muss eine Feier bei der GEMA anmelden, wir oder der DJ?
Anmelden muss der Veranstalter, also wer die Feier organisiert und verantwortet. Ein DJ ist laut GEMA normalerweise nicht Veranstalter. Bei einer privaten Hochzeit ohne Anmeldepflicht stellt sich die Frage nicht.
Braucht der DJ eine eigene GEMA-Lizenz?
Wenn er Musik für seine Arbeit kopiert, etwa auf einen USB-Stick oder eine gebrannte CD, lizenziert er diese Kopien selbst nach dem GEMA-Tarif VR-Ö. Spielt er Originale wie Vinyls oder CDs oder Dateien direkt von dem Gerät, auf das er sie heruntergeladen hat, fällt dafür laut GEMA keine Vergütung an. Diese Lizenz ist Sache des DJs, nicht des Brautpaars.
Dürfen wir unser Hochzeitsvideo mit Musik auf Instagram oder YouTube zeigen?
Als private, nicht-gewerbliche Nutzer ja, wenn ihr bei Instagram Songs aus der Musikbibliothek der App verwendet. Für private Uploads auf YouTube braucht ihr keine eigene GEMA-Lizenz, weil die Plattform die Rechte erworben hat. Für gewerbliche Zwecke gilt das nicht.
Was passiert, wenn eine öffentliche Feier nicht angemeldet wird?
Die GEMA prüft nach eigenen Angaben Veranstaltungen. Wird dort nicht angemeldete Musik gespielt, verlangt sie eine Nachzahlung, dazu kommen zusätzliche Kosten.
Was kostet die GEMA, wenn unsere Feier doch öffentlich ist?
Das hängt vom Tarif ab: M-V für Musik vom DJ, U-V für Livemusik. Bei Feiern ohne Eintritt rechnet die GEMA laut eigenen Angaben mit der Besucherzahl und den Kosten für die Musik, etwa Gage und Technik. Den genauen Preis zeigt euch der Tarifrechner der GEMA.
Ist dieser Ratgeber eine Rechtsberatung?
Nein. Wir sind eine DJ-Agentur und fassen hier die öffentlichen Angaben der GEMA und den Gesetzestext zusammen. Für euren Einzelfall ist die GEMA selbst die richtige Ansprechpartnerin, bei rechtlichen Fragen eine Anwältin oder ein Anwalt.
Quellen und Hinweis.
Keine Rechtsberatung. Dieser Ratgeber fasst die öffentlich zugänglichen Angaben der GEMA und den Gesetzestext zusammen, Stand 30.09.2026. Er ersetzt keine Auskunft der GEMA und keine anwaltliche Beratung im Einzelfall.
- § 15 Urheberrechtsgesetz, gesetze-im-internet.de
- GEMA: Das Wichtigste zu den GEMA Gebühren
- GEMA: Musik anmelden
- GEMA: Veranstaltungen (inkl. FAQ)
- GEMA: Eventagenturen
- GEMA: DJ und Tarif VR-Ö
- GEMA: Kirchen
- GEMA: Instagram, das ist erlaubt und GEMA-Hilfe zu YouTube (englisch)
- GEMA: Tarif M-V
Alle Quellen abgerufen am 30.09.2026.
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